EKG / ECGElektrokardiogramm
Live1000 Hz
Wie sieht ein Messwert eigentlich aus, wenn er über die Zeit aufgezeichnet wird? Acht typische Signalverläufe zum Durchblättern, jeweils mit einer Erläuterung dessen, was in der Kurve zu sehen ist und woran sich die Signalqualität erkennen lässt.
Auswählen, durchwischen oder mit den Pfeiltasten blättern. Über die Pausentaste lässt sich die Darstellung jederzeit anhalten.
Wischen oder ziehen zum Blättern
Jede Messgröße hat ihre eigene Handschrift. Wer sie kennt, erkennt schon während der Aufnahme, ob ein Signal sauber anliegt.
Kennzeichnend ist die Abfolge aus kleiner Vorwelle, scharfem Hauptausschlag und flacherer Nachwelle. Der Abstand zwischen zwei Hauptausschlägen bestimmt die Herzrate.
Gute Qualität erkennt man an einer ruhigen Grundlinie zwischen den Schlägen. Wandert die Linie oder überlagert ein Zittern das Signal, sitzen meist die Elektroden nicht richtig oder der Proband bewegt sich.
Das EEG zeigt keine einzelne wiederkehrende Form, sondern ein dichtes Band aus Schwingungen unterschiedlicher Frequenz. Die Zusammensetzung verändert sich mit dem Zustand des Probanden.
Auffällig große, langsame Ausschläge stammen häufig nicht vom Gehirn, sondern von Lidschlägen — deshalb wird das EOG gern parallel mitgeführt.
In Ruhe bleibt nur ein schmales Grundrauschen. Bei Anspannung schwillt das Signal sichtbar an und klingt danach wieder ab. Die Fläche unter diesen Schüben ist ein Maß für die muskuläre Beanspruchung.
Jeder Herzschlag erzeugt einen steilen Anstieg, dem ein langsamerer Abfall folgt. Auf dem absteigenden Ast liegt häufig eine zweite, kleinere Erhebung.
Eine flache, unruhige Pulswelle deutet meist auf einen schlecht sitzenden Sensor oder kalte Finger hin.
Die Atmung erzeugt die ruhigste Kurve im ganzen Satz: eine gleichmäßige Welle aus Ein- und Ausatmung. Unregelmäßigkeiten stammen fast immer von Sprechen, Husten oder Lachen.
Das Signal wandert langsam auf und ab. Darüber legen sich einzelne, deutlich abgesetzte Anstiege, die einige Sekunden nach einem Reiz auftreten und danach langsam wieder abfallen — in der Kurve gut als „Zacken mit langem Schwanz" zu erkennen.
Dargestellt werden die drei Raumachsen als eigene Linien. Ruhe zeigt sich als flaches Bündel, rhythmische Bewegung als gleichmäßiges Schwingen aller drei Spuren.
Diese Kurve ist der beste Hinweisgeber, wenn andere Signale plötzlich unruhig werden.
Die Kerntemperatur verändert sich über Minuten, nicht über Sekunden. Entsprechend flach verläuft die Kurve; das Zeitfenster der Darstellung ist deshalb deutlich länger als bei allen anderen Signalen.
Je schneller sich ein Signal verändert, desto häufiger muss es abgetastet werden. Ein Muskelsignal braucht ein Vielfaches der Punkte, die für eine Temperaturkurve genügen.
| Signal | Charakter | Zeitfenster der Darstellung |
|---|---|---|
| EMG | sehr schnell, rauschartig | 2,6 s |
| EEG | schnell, mehrere überlagerte Rhythmen | 3,0 s |
| EKG | schnell, klar wiederkehrende Form | 3,4 s |
| Pulswelle | mittel, weiche Wellenform | 3,6 s |
| Beschleunigung | mittel, drei Kanäle | 4,2 s |
| Atmung | langsam, gleichmäßig | 12 s |
| Elektrodermale Aktivität | sehr langsam, träge Reaktionen | 22 s |
| Temperatur | sehr träge | 2 min |
Die Zeitfenster beziehen sich auf die Darstellung auf dieser Seite. Die tatsächlichen Abtastraten des Systems hängen vom jeweiligen Satelliten ab.
Die auf dieser Seite gezeigten Kurven sind mathematisch erzeugt und stammen nicht aus einer realen Messung. Sie bilden die charakteristische Form der jeweiligen Signalart nach, damit nachvollziehbar wird, wie sich die einzelnen Messgrößen unterscheiden.
Was die Darstellung nicht leistet: Sie zeigt keine Messgenauigkeit, keine Auflösung und keine Leistungsdaten eines bestimmten Satelliten. Für belastbare Angaben zu einem konkreten Modul sprechen Sie uns bitte an.
Die Darstellung dient ausschließlich der Veranschaulichung und ist nicht für diagnostische Zwecke geeignet.
Gern zeigen wir das System mit realen Aufzeichnungen — sprechen Sie uns an.