DIE SIGNALFORMEN

Wie sieht ein Messwert eigentlich aus, wenn er über die Zeit aufgezeichnet wird? Acht typische Signalverläufe zum Durchblättern, jeweils mit einer Erläuterung dessen, was in der Kurve zu sehen ist und woran sich die Signalqualität erkennen lässt.

Live-Signale

ACHT VERLÄUFE

Auswählen, durchwischen oder mit den Pfeiltasten blättern. Über die Pausentaste lässt sich die Darstellung jederzeit anhalten.

EKG / ECGElektrokardiogramm

Live
72bpm
Abtastrate
1000 Hz

EEGElektroenzephalogramm

Live
18µV
Abtastrate
256 Hz

EMGMuskelaktivität

Live
0.4mV
Abtastrate
2000 Hz

SpO₂ / PulswelleBlutsauerstoffsättigung

Live
98%
Abtastrate
125 Hz

AtemfrequenzThorax-Dehnung

Live
14/min
Abtastrate
50 Hz

HautleitwiderstandElektrodermale Aktivität

Live
6.2µS
Abtastrate
32 Hz

Beschleunigung3 Raumachsen · X Y Z

Live
1.02g
Abtastrate
200 Hz

TemperaturKörperkerntemperatur

Live
36.8°C
Abtastrate
1 Hz

Wischen oder ziehen zum Blättern

Anleitung

WAS IN DEN KURVEN STECKT

Jede Messgröße hat ihre eigene Handschrift. Wer sie kennt, erkennt schon während der Aufnahme, ob ein Signal sauber anliegt.

EKG — regelmäßige Zacken mit klarem Hauptausschlag

Kennzeichnend ist die Abfolge aus kleiner Vorwelle, scharfem Hauptausschlag und flacherer Nachwelle. Der Abstand zwischen zwei Hauptausschlägen bestimmt die Herzrate.

Gute Qualität erkennt man an einer ruhigen Grundlinie zwischen den Schlägen. Wandert die Linie oder überlagert ein Zittern das Signal, sitzen meist die Elektroden nicht richtig oder der Proband bewegt sich.

EEG — dichtes Band aus überlagerten Rhythmen

Das EEG zeigt keine einzelne wiederkehrende Form, sondern ein dichtes Band aus Schwingungen unterschiedlicher Frequenz. Die Zusammensetzung verändert sich mit dem Zustand des Probanden.

Auffällig große, langsame Ausschläge stammen häufig nicht vom Gehirn, sondern von Lidschlägen — deshalb wird das EOG gern parallel mitgeführt.

EMG — Ruhephasen mit deutlichen Aktivitätsschüben

In Ruhe bleibt nur ein schmales Grundrauschen. Bei Anspannung schwillt das Signal sichtbar an und klingt danach wieder ab. Die Fläche unter diesen Schüben ist ein Maß für die muskuläre Beanspruchung.

Pulswelle — asymmetrische Welle mit Nachschlag

Jeder Herzschlag erzeugt einen steilen Anstieg, dem ein langsamerer Abfall folgt. Auf dem absteigenden Ast liegt häufig eine zweite, kleinere Erhebung.

Eine flache, unruhige Pulswelle deutet meist auf einen schlecht sitzenden Sensor oder kalte Finger hin.

Atmung — langsame, weiche Welle

Die Atmung erzeugt die ruhigste Kurve im ganzen Satz: eine gleichmäßige Welle aus Ein- und Ausatmung. Unregelmäßigkeiten stammen fast immer von Sprechen, Husten oder Lachen.

Elektrodermale Aktivität — träges Niveau mit Sprüngen

Das Signal wandert langsam auf und ab. Darüber legen sich einzelne, deutlich abgesetzte Anstiege, die einige Sekunden nach einem Reiz auftreten und danach langsam wieder abfallen — in der Kurve gut als „Zacken mit langem Schwanz" zu erkennen.

Beschleunigung — drei Spuren gleichzeitig

Dargestellt werden die drei Raumachsen als eigene Linien. Ruhe zeigt sich als flaches Bündel, rhythmische Bewegung als gleichmäßiges Schwingen aller drei Spuren.

Diese Kurve ist der beste Hinweisgeber, wenn andere Signale plötzlich unruhig werden.

Temperatur — kaum sichtbare Bewegung

Die Kerntemperatur verändert sich über Minuten, nicht über Sekunden. Entsprechend flach verläuft die Kurve; das Zeitfenster der Darstellung ist deshalb deutlich länger als bei allen anderen Signalen.

Zeitauflösung

WARUM NICHT ALLE GLEICH SCHNELL SIND

Je schneller sich ein Signal verändert, desto häufiger muss es abgetastet werden. Ein Muskelsignal braucht ein Vielfaches der Punkte, die für eine Temperaturkurve genügen.

Signal Charakter Zeitfenster der Darstellung
EMGsehr schnell, rauschartig2,6 s
EEGschnell, mehrere überlagerte Rhythmen3,0 s
EKGschnell, klar wiederkehrende Form3,4 s
Pulswellemittel, weiche Wellenform3,6 s
Beschleunigungmittel, drei Kanäle4,2 s
Atmunglangsam, gleichmäßig12 s
Elektrodermale Aktivitätsehr langsam, träge Reaktionen22 s
Temperatursehr träge2 min

Die Zeitfenster beziehen sich auf die Darstellung auf dieser Seite. Die tatsächlichen Abtastraten des Systems hängen vom jeweiligen Satelliten ab.

Transparenz

ZUR SIMULATION

Die auf dieser Seite gezeigten Kurven sind mathematisch erzeugt und stammen nicht aus einer realen Messung. Sie bilden die charakteristische Form der jeweiligen Signalart nach, damit nachvollziehbar wird, wie sich die einzelnen Messgrößen unterscheiden.

Was die Darstellung nicht leistet: Sie zeigt keine Messgenauigkeit, keine Auflösung und keine Leistungsdaten eines bestimmten Satelliten. Für belastbare Angaben zu einem konkreten Modul sprechen Sie uns bitte an.

Die Darstellung dient ausschließlich der Veranschaulichung und ist nicht für diagnostische Zwecke geeignet.

Kontakt

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